Wir leben nur ein halbes Leben, obwohl wir frei sind.
Ein erfolgreicher Tag. Und trotzdem: keine Energie für irgendetwas. Wir sind Lemminge, die an der Klippe der Normalität stehen — und immer wieder runterspringen. Als Kind waren wir Künstler. Offen, durchlässig. Dann bauen wir uns ein Haus mit geschlossenen Wänden. Was, wenn es heller und größer sein könnte, als du denkst?
Anne Zahnwetzer
8/21/20264 min read


Was, wenn dein Haus viel heller und größer sein könnte, wenn dein Leben nicht diese unsichtbaren Grenzen hätte, die du nie infrage stellst.
Der Bauplan dafür ist schon in dir, er ist nur verborgen und verschlossen. Und was verborgen und verschlossen ist, kann gefunden und geöffnet werden. Es wäre doch jammerschade, nicht zu leben, was uns an eigener Kraft und Einzigartigkeit mit auf unseren Weg gegeben wurde.
Wir alle können
Situationen meistern, die uns an unsere Grenzen bringen
Sehen lernen, was uns wirklich zurückhält
Uns selbst wieder ernst nehmen und danach handeln.
Die Beweise in Form von Menschen übersehen wir nur oft und lassen den Gedanken nicht zu, dass es auch anders sein könnte.
So kannst du anfangen:
Werde vom Lemming zum Adler.
Wir können nur ändern, was wir sehen können.
Schritt 1: In diesen Situationen, wo du das Rütteln verspürst, dieses kurze und ungute Gefühl , übergehe es nicht mehr, sondern schau, was in dir vorgeht.
Schritt 2: Nimm um dich herum wahr, wo diese Situationen auch anders sein können, als sie jetzt für dich sind. Wie verhalten sich die Beteiligten?
Schritt 3: Sammle eine Woche lang diese kleinen Momente, speichere sie in deinem Smartphone oder schreib sie auf. Danach nimmst du dir Zeit und beantwortest diese Fragen dazu:
Was will mir das ungute Gefühl manchmal sagen?
Welchen Gedanken lasse ich nicht zu?
Wie würde es mir guttun, wenn es anders sein kann?
Geh los. Es ist schon alles da.
Deine Anne
Ein erfolgreicher Tag.
Ein hoch erfolgreicher Tag. Alles ist getan. Alle Meetings liefen perfekt. Alle Telefonate sind geführt. Alle Nachmittagstermine erledigt. Einkäufe, Haushalt. Und jetzt liegt ein Abend mit drei Stunden ungeplanter Zeit an.
Und du fragst dich, warum du einfach nur keine Energie hast für irgendetwas. Du bist wütend auf dich, weil das so ist, und gleichzeitig niedergeschlagen. Warum, verdammt, hast du keine Lust auf irgendetwas, nichts, was dich zieht, obwohl du doch einen superguten Tag abgeliefert hast. Jetzt bist du dran, das zu tun.
Diese Tage gibt es in Serie.
Dann sind mitten in diesen Wochen diese kleinen Momente, in denen du Menschen begegnest, die dieses gewisse Extra haben, Menschen, die zutiefst erfüllt und glücklich sind mit dem, wer sie sind, wo sie stehen, was sie tun. Das spürst du sofort in ihrer Gegenwart. Das kann ein Mensch sein, den du zufällig triffst und mit dem sich ergibt, dass ihr ein paar Worte wechselt. Oder jemand, den du im beruflichen Kontext kennenlernst. Der in dir das Gefühl aufkommen lässt von: Krass, so kann man auch durch sein Leben gehen.
Nur um dir selbst mit dem nächsten Atemzug zu erklären, dass es doch bestens ist, wie es ist, und du mit deiner Tagesordnung weitermachst.
Wir sind blinde Nüsse, die immer in die gleiche Richtung rennen.
Wir sind Lemminge, die an der Klippe der Normalität stehen und immer wieder runterspringen.
„Every child is an artist. The problem is how to remain an artist once we grow up."
P. Picasso


Als Kind ein offenes System wir saugen die Dinge auf.
Die Welt ist groß und wunderbar und bunt, wir sehen Magie in den Dingen, erschaffen uns unser eigenes Universum, in dem Stofftiere lebendig sind und wir abheben können, wenn wir nur schnell genug mit dem Bobbycar den Berg herunterfahren, oder wir aus purer Faszination eine Pusteblume für eine Stunde anschauen können. Wir schlagen uns und vertragen uns, weil es eben viel schöner ist.
Wir waren mal Künstler.
Künstler darin, uns einfach aus vollem Herzen zu freuen
Künstler darin, wenn Plan A nicht funktioniert, Plan B zu nehmen
Künstler darin, dass uns etwas so wichtig ist, dass wir nicht lockerlassen
Künstler darin, etwas einfach zu tun, weil wir wollen


Und dann gibt es diesen Punkt in unserem Leben, ab dem wir denken: Wir sind jetzt fertig. Unser Leben ist jetzt einfach so, wie es eben ist. Wir haben alles, was wir brauchen.
Wir sind zufrieden, und das kann jetzt so bleiben.
‘Es ist ja bei allen so’
‘Da muss doch jeder durch’
‘Ist halt so’
Wir denken und unser Leben eben zurecht und gleichzeitig haben wir Momente, die uns aufschrecken, die uns nicht guttun, die uns Energie stehlen. Und wo wir dieses diffuse Gefühl haben von:
Das bin ich nicht,ich will das so nicht. Das muss doch auch anders gehen.
Dein (Denk) Haus mit dem Dach gibt dir ein gutes und sicheres Gefühl, aber es hält dich auch gefangen. Es hält dich in dem Rahmen, in dem du duldest, dass die Dinge so, wie sie sind, ausreichen und hindert dich daran, wirklich zu wachsen, wofür wir (by the way) als Menschen eigentlich gemacht sind.
Und anstatt wie früher als Kind zu denken, hartnäckig zu bleiben, zu hinterfragen und Ideen zu haben, halten wir an. Und lullen uns selbst mit dem Gedanken ein, dass alles bestens ist, dass alles fein ist, dass alles okay ist und diese Situationen halt auszuhalten sind.
Wir schneiden uns selbst davon ab, neue Möglichkeiten zu sehen und neue Gedanken zu denken.
Stattdessen lebst du deinen Tag als Standardschleife, triffst dich vielleicht mit deinen Freundinnen und hast einen tollen Abend, nur um danach wieder das zu ertragen, von dem du dir erzählst, dass du es nicht ändern kannst.
Es ist möglich, diesen Zustand zu verändern.


